1,2 Millionen Hektar Kiefernwald (La-Teste-de-Buch, Arcachon)

Wir genossen einen schönen Morgen am Strand. Wir fuhren direkt die 800 Meter mit dem Wohnmobil zum großen leeren Parkplatz direkt am Dünenübergang (wo man 12 Euro pro Nacht bezahlt statt 15 Euro auf dem Campingplatz, dafür aber keine Dusche und kein „frei Wäsche waschen“ hat, für eine Nacht eine gute Alternative). Heute morgen war Niedrigwasser, was gefühlt 10 Meter weiter weg war als das Hochwasser gestern Abend. Die Wellen sind riesig und viele Surfer sind hier unterwegs. Wir krempelten die Hosenbeine hoch und spielten in der flachen See. Doch genau wie gestern: etwa jede 18. Welle ist irgendwie stärker und auch heute wurde meine Jeans wieder bis über die Knie nass.

Das war der Moment zum Weiterfahren. Wir klemmten uns auf die Autobahn nach Norden, gingen noch im Super U einkaufen (lecker hausgemachte Fischspieße für den Grill) und kamen zwei Stunden später in la-Teste-de-Buch, 4 km südlich von Arcachon an. Die Fahrt führte durch das Brettflache „Landes“, was Heideland bedeutet, aber über und über mit Kiefern bewaldet ist. Ist bekomme bei dem Sandböden, der Heide und den Kiefern fast eine Art Heimatgefühl, weil es wie in Haltern am See ist, nur flach.

paradiesisches Parken an der Dune du Pilat

Der Yelloh Village Campingplatz hier ist direkt an Strand und an der Pilat-Düne. Ich imaginiere die Campingplätze, die noch VOR der Düne lagen und deren Prospekte: „Direkter Zugang zum Strand, sie müssen nur Europas höchste Wanderdüne mit 110 Metern Höhe und 600 Metern Breite queren“. Da haben wir richtig Glück und könnten direkt zum Meer. Müssen nur 60 Meter in die Tiefe die Treppen hinunter. Haben wir heute nicht gemacht aus Rücksicht vor dem „Hümpelpapa“ (wie Merle so schön sagt). Stattdessen lagern wir paradiesisch zwischen Kiefern und können das erste Mal seit 2 Jahren unsere Hängematte anbringen. Und wer liegt natürlich darin? Nicht Christian und auch nicht ich, sondern nur die liebe Merle.

Nach der üblichen Schwimmbadvisite und ausgiebigen Toboggan-Rutschen war ich mit Merle noch auf der Riesendüne. Sie wollte auch mal eben alleine los bis „nach ganz oben auf den Berg“, hat es aber dann nach kurzer Zeit drangegeben und kam zurück. 2,5 km lang, 600 m breit und 110 m hoch soll das Ding sein. Ist schon wow!

Anschließend grillten wir lecker Fisch und packten all unsere Sachen ins Auto, weil morgen wohl ein Sturm mit Windstärke 9 kommen soll. Paradies unter Kiefern oder auf einer Sanddüne kann da recht blöd sein. Mal schauen, was wir tun werden. Dabei haben wir hier den höchstgelegenen und schönsten Platz herausgesucht und speziell auf Keilen und Steinen aufgebockt, um einigermaßen gerade zu stehen. Ist halt oben auf einer bewachsenen Düne. Die ist nicht gerade gerade. Aber noch ruht die See absolut still und wir können es kaum glauben, wenn wir nach draußen statt auf die Wetterapp schauen.

Das Publikum hier ist übrigens ganz anders gemischt als in den Pyrenäen. Waren dort noch viele Franzosen, Spanier und Italiener, kommen hier unsere nächsten Nachbarn aus Dortmund, Unna und Münster – und Spanien. Das kommt uns alles doch recht deutsch vor hier. Damit haben wir nicht gerechnet. Und unser Parzellennachbar aus Niaux ist auch wieder hier und begrüßt uns persönlich.

Heimatliche ruhige Grüße vor dem Sturm
eure Nicole

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