Bustour 2016 – von Kosten, Währungen und Ängsten

Was wird so eine Bustour über einen so langen Zeitraum kosten? Was sind meine Fixkosten? Wie viel Geld werden wir brauchen? Wie hoch sollte der Puffer für Unvorhergesehenes sein?

All das und noch viel mehr Fragen drängen sich auf, wenn man eine lange Reise plant. Es bleibt nichts anderes übrig, als sich wohl oder übel mit dem Thema auseinanderzusetzen. Schlussendlich war es gar nicht so schwierig.

Kostenblock eins sind die monatlichen Fixkosten, die bestehen bleiben, auch wenn wir verreisen. Wir haben versucht, diesen Block für die Reisedauer so gering wie möglich zu halten:

Wohnung:
————–
Darlehn:          variablel, daher auf ein Minimum gesenkt
Zinsen:            fix
Nebenkosten:  fix
Heizung:          fix
Strom:             fix
GEZ:               fix
Internet:          fix
Homepage:     fix
Handyvertrag: fix

Versicherungen/Steuern:
———————–
Krankenkasse:                    fix
Versicherung Wohnmobil:   fix
Steuern Wohnmobil:           fix
Versicherung Auto:             variabel, abgemeldet
Steuern Auto:                     variabel, abgemeldet

sonstiges:
————-
Sparverträge:    variabel, ausgesetzt
Fitnessstudio:    variabel, abgemeldet
Sportverein:       fix

Auf diese Weise konnten wir unsere monatlichen Fixkosten um 800 Euro pro Monat für die Dauer der Reise senken.

Kostenblock zwei werden die Kosten unterwegs sein. Dazu gehören zum einen die Kosten für die Lebenshaltung, die als „eh-da“-Kosten sowieso angefallen wären sowie darüber hinaus die Kosten, die zusätzlich anfallen werden. Diese Kosten haben wir für den Monat grob überschlagen:

monatliche Fahrtkosten:
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Fähren:                 100 €
Tanken:                 400 € (10 Liter/100 km bei 1,20 Euro/l und 13.000 km insgesamt)
Maut:                     50 €
Campingplatz:       450 € (alle 3 Tage zu je circa 30 Euro)
Stellplatz:               300 €(2 von 3 Tagen zu je circa 10 Euro)
tgl. Nahrungsmittel:450 €
sonstiges:              100 €
Gastgeschenke:    50 €
Reparatur:             50 €
Arztkosten:            50 €
—————————-
Summe:               2000 €

Diese Summe ist – so hoffen wir – sehr großzügig berechnet. Vom Ersparten nehmen müssen wir den Anteil der Summe, um den die Fixkosten und die Fahrtkosten höher sind als das monatliche Einkommen.

Das monatliche Einkommen wird nur aus Elterngeld und Kindergeld bestehen. Unsere Wohnung haben wir Freunden überlassen, die während der Zeit ihre eigene Wohnung renovieren. Wir rechnen damit, bei dem vorliegenden Plan etwa 1000 Euro pro Monat an Ersparnissen aufzubrauchen. Sollte das nicht reichen, werden wir uns als Plan B über die Wwoofing-Plattform verdingen. Das haben wir bereits in Schottland äußerst positiv getestet.

Wo wir grad beim Thema Geld sind: Wir werden durch sechs Länder fahren, die nicht den Euro als Zahlungsmittel haben: Kroatien, Ungarn, Russland, Schweden, Norwegen und Dänemark. (Was ich nicht wusste: Montenegro als nicht-EU-Land hat auch den Euro als Währung). Wir werden vor Reiseantritt kein Geld wechseln, da wir nicht mit allzuviel Bargeld durch die Lande reisen wollen. Wir werden dort vor Ort Geld aus dem Automaten ziehen und die Bankgebühren in Kauf nehmen.

Wir sind davon überzeugt, dass egal in welches Land wir reisen, dort die Leute nicht morgens aufstehen mit der festen Absicht, uns auszurauben. Dennoch werden wir uns nicht fahrlässig verhalten und so keine Zielscheibe darbieten. Denn eines ist klar: auch wir sind nicht frei von Ängsten, was alles passieren könnte. Und so werden wir nie mit viel Bargeld unterwegs sein, haben eine Wohnmobil-Inhalts-Versicherung abgeschlossen und versuchen möglichst wenig auf öffentlichen Straßen und Plätzen zu übernachten. Alles in allem hoffe ich, etwaige bestehende Vorurteile, die es so landläufig über das eine oder andere Land gibt, das wir bereisen werden, abbauen zu können und durch durchweg positive Erfahrungen ersetzen zu können. Ich bin schon sehr gespannt.

Zu guter Letzt ist auch die Sorge berechtigt, was eine so lange Zeit mit der Partnerschaft und Familie macht. Niemand von uns ist es gewohnt, 24/7 mit Partner und Kind zusammen zu sein und ich bin mir sicher, dass es den einen oder anderen Moment geben wird, wo wir uns wünschten, noch ein Zelt mitgenommen zu haben, damit einer mal Abstand gewinnen kann. Wir sind uns sicher, dass wir auch diese Momente überstehen können und sagen wir es mal so: schaffen wir diese Zeit gemeinsam, werden wir alles Weitere im Leben ebenfalls gemeinsam schaffen können.

3 Kommentare zu “Bustour 2016 – von Kosten, Währungen und Ängsten

  1. Karl

    mit einer Kreditkarte von DKB könnt Ihr beliebige Beträge an ausländischen Automaten gebührenfrei abheben – bei mir seit Jahren in Nutzung.

      1. Stefan

        Es fallen, soweit mir bekannt, bei nicht EURO-Beträgen jedoch Fremdwährungsgebühren an.
        Die sind jedoch in der Regel bei 1% und somit vernachlässigbar.

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