Calgary Bay – eine Challenge wartet auf uns

Der Schottische Sommer begrüßt uns wieder mit Hitze und blauem Himmel. Rasch beschlossen wir, die Berge zu verlassen und uns irgendwo an den Strand zu klemmen und den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen.

Da wir noch immer nicht genau wissen, ob wir wieder Richtung Heimat zurück oder weiter gen Norden fahren werden, halten wir uns an der goldenen Mitte und machen aus der Not eine Tugend. Wir fuhren in Richtung Oban und wollten die Fähre auf die Isle of Mull nehmen. Dort waren wir noch nie. In Oban gingen wir nochmal groß einkaufen. Auf Schottisch lautet das: „We did Tesco“.


Calgary Beach

Auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt neben uns saß eine Familie im Auto bei laufendem Motor und aß zu Mittag. So üblich das auf der Insel zu sein scheint, so seltsam mutet das für uns an. Die Familie sprach uns an. Sie kamen grad von Mull und wir sollten unbedingt zum Calgary Beach fahren. Also schaute ich auf die Karte. Eigentlich wollten wir so schnell wie möglich an einen Strand. Calgary Beach war genau am anderen Ende von Mull!


Calgary Beach

In Ordnung, also machten wir uns auf den langen Weg. Wir mieden sicherheitshalber die sehr eng, steil und einspurig aussehenden Straßen durch das Gebirge und blieben auf der Ringstraße. Diese war eng, steil und einspurig. Das Navi sagte: noch 20 Minuten. 10 Minuten später schaute ich aufs Navi. Dort stand: Noch 18 Minuten. Die Fahrtzeit zog und zog sich. Allerdings durch die herrlichste Landschaft. Daher machte uns das wenig aus.

Als wir am Strand ankamen war die Einfahrt extrem eng und mit einem sehr kleinen Einfahrwinkel. „Wie zum Henker sollen wir da rein kommen?“ denken wir noch, als wir das Schild sehen: Nur für Motorhomes bis 5 Metern länge. Challenge Accepted!


Calgary Beach – mich dünkt, wir haben auflaufend Wasser…

Unser Bussi ist 5,99 Länge und ich finde, das kann ich großzügig auf 5 Meter abrunden. Mit einmal kurz zurücksetzen (fast in den Graben hinein) hat Christian die Einfahrt bravourös gemeistert.

Belohnt wurden wir mit einer kostenlosen Campingwiese (auf der wir nun den GRÖßTEN hatten) mit WC, Picknickbänken, Feuerschalen und vielen netten Menschen. Und das ganze direkt am weißen Sandstrand in einer wunderschönen Badebucht. So sah für uns heute bei 30 Grad im Schatten das Paradies aus. Wir bauten Sandburgen, gingen im Meer schwimmen und saßen abends an Grill und Feuerschale mit unseren Nachbarn zusammen. Jemand spielte auf der Gitarre und bei dem einen oder anderen Glas Weißwein wurden Geschichten und Philosophien ausgetauscht.


Calgary Beach Motorhomeparkplatz

Generell lieben wir solche Punkte, denn hier können wir Freigeister in kleinem Campern oder mit Zelten treffen, die aus wenig viel Lebensfreude schöpfen können. Fremde Menschen sitzen zusammen bis halb eins in der Nacht. So etwas haben wir auf einem Campingplatz noch nie erlebt. Dort sitzen die meisten im Wohnmobil, haben ihre Satschüssel ausgerichtet und sehen fern. Es sind Tage und Nächste wie diese hier, die das Reisen zu einem echten Erlebnis machen.


Calgary Beach – hier könnte ich bei dem Wetter wochenlang bleiben!

Es bleibt nur die Frage offen: Was ist das weiße Teil auf dem Berg auf der anderen Seite der Bucht, das durch den Feldstecher aussieht wie ein großer Legostein? An die Geschichte vom umgekippten Wohnwagen können wir nicht glauben. Kein Wohnwagen hat 6 Dachluken! Wer es weiß oder eine Vermutung, schreibt es bitte in die Kommentare.

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