Castles & Destillen

Wir verlassen die Braemar Mountain Lodge von Julien & seiner Frau nach einem sehr guten Frühstück mit Schottischem Kipper & Lachs und starten bei trockenem Wetter in Richtung unseres Tagesziels Inverness.

Der erste Halt ist schon nach wenigen Metern erreicht, Braemar Castle. Zunächst nicht von der Straße aus zu sehen liegt das Schloss nach wenigen Minuten Fußweg vor uns. Leider wird es derzeit renoviert, sodass ein großer Teil der Burg eingerüstet ist. Uns ist das Eintrittsgeld von 10 Pfund pro Person zu hoch um ein paar möblierte Zimmer zu sehen und so machen wir ein paar Fotos und drehen einen kurzen Take vor dem Schloss.

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Wirklich lustig ist der Hütehund der sich auf der Wiese vor dem Castle rumtreibt. Er erkennt uns offenbar als sein Herde an und versucht uns immer schön zusammen zu treiben. Das macht dem kleinen Kerl soviel Spaß, das er uns eine gute Zeit lang zusammenhält und auf unserem Weg begleitet. Allerdings scheint „Stöckchenholen“ für Hütehunde keine angemessene Beschäftigung zu sein – er kann jedenfalls nichts damit anfangen… 😉

Wir fahren weiter in Richtung des Sommersitzes der Englischen Queen, Balmoral Castle. Auf dem Weg dorthin freuen wir uns, das wir so einen guten Zeitpunkt erwischt haben und das Schloß nicht so überlaufen ist.

Dachten wir uns so.

Leider war zum Zeitpunkt unseres Besuches die Queen Zuhause und damit hat die Öffentlichkeit keinen Zutritt. Deswegen war es so schön leer…
Das Schloss kann man leider nicht ohne den Park zu betreten fotografieren oder sehen, es liegt in einer Senke und ist nicht einsehbar von außen. (…geschickt gewählt…) Somit gibt es für uns leider keine Möglichkeit zur Besichtigung und wir müssen unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Wir fahren weiter nach Norden in Richtung Nairn, wo wir die tollen Strände besuchen möchten. Die Fahrt dorthin ist landschftlich relativ langweilig, da kann man auch bei uns durch die Lüneburger Heide fahren, das ist ungefähr genau so spektakulär.

Bevor wir Nairn erreichen, machen wir noch einen Abstecher zum Cawdor Castle um hier unser Glück zu versuchen. Es ist auch offen – uns aber wieder zu teuer vom Eintritt her. Auch dieses Schloss liegt gut versteckt hinter dichtem Grün, sodass ein gutes Foto nicht zu machen ist ohne den Preis zu bezahlen. (fairer Weise möchte ich erwähnen, das es auch „Gartentickets“ gibt, die zum Eintritt in den Garten berechtigen – die kosten die Hälfte.)

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Auf dem Weg zum Castle haben wir eine Destillerie gesehen, zu der wir einen Abstecher machen. Wir fahren vorbei an großen Lagerhäusern zum „Büro“ der Destille. Dort teilt man uns mit, dass diese Destillerie nicht besichtig werden kann, da es sich um eine reine Produktionsstätte handelt. Das gibt es doch gar nicht. Das scheint heute nicht unser Tag für Besichtigungen zu sein. *grml*

Wir stärken uns unterwegs mit einem Deluxe Kakao mit Marshmallows – das Tässchen kann eine ganze Mahlzeit ersetzen… 😉WP_20140821_005

Wir halten noch bei den Lagerhallen an und kommen mit den Arbeitern ins Gespräch, die gerade Fässer auf einen LKW verladen. Wir können einiges in Erfahrung bringen über Whisky im allgemeinen und das eigene Produkt im besonderen. Die Destille produziert ausschließlich für „Blending“ und somit gibt es kein eigenständiges Produkt. (keinen sogenannten „Single Malt“)

Lustig dabei ist, das der Vortrag eines schottischen Originals von einem anderen Schotten für uns in verständliches Englisch „übersetzt“ werden musste… 🙂

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Wir erreichen Nairn am frühen Nachmittag und die Strände sind wirklich sehr schön. Weißer Sand zieht sich in einem breiten Streifen die Küste entlang und es gibt eine schöne Uferpromenade. Das sieht allerdings auch aus wie die holländische Nordseeküste und ist daher für mich jetzt nicht so beeindruckend. (wobei ich schon überrascht bin, so etwas in Schottland zu finden, bisher gab es doch eher die schroffen Küstenabbrüche)

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Wir können die gegenüberliegende Küstenlinie sehen und was wir dort sehen, gefällt uns gar nicht. Das Wetter schlägt um, und es zieht starker Regen auf. Leider genau aus der Richtung, in die wir weiter fahren müssen – aus Richtung Inverness.

Es kommt, wie es kommen soll: wir werden ordentlich gegossen, gut, das wir uns vorher entschlossen haben unsere Regensachen anzuziehen.

Das Zimmer für Inverness habe ich im voraus von Ballachullish aus gebucht, da wir gehört haben, das die Stadt sehr voll ist. Jetzt sind wir froh, das wir nicht noch nach einer Unterkunft suchen müssen und bereits eine Anlaufstation haben. Wir kommen etwas vor der vereinbarten Zeit bei Margo & Alistair in der Oakvilla an. Der Empfang ist sehr herzlich, die Zimmer perfekt, jedoch etwas „steril“. Die Oakvilla hat schon eher was von einem Hotel. Diese Perfektion schlägt sich auch im Preis nieder, und so ist diese Unterkunft die bisher teuerste auf unserer Reise.

Das ist ok, da wir den Preis vorher wussten, wir vermissen jedoch die „Originalität“ unserer bisherigen Unterkünfte.

Aufgrund der aktuellen Wettervorhersage und einiger neuer Informationen beschließen wir, 2 Tage in Inverness zu bleiben. Leider ist die Oakvilla ausgebucht und wir müssen umziehen. Margo vermittelt uns an Ross & Laura für die weiteren Nächte. Hier ist noch ein Zimmer mit entsprechender Abstellmöglichkeit für unsere Motorräder frei. Das ist in Inverness zwingend notwendig, da es keinen kostenlosen Parkraum gibt, nicht mal für Motorräder. Dementsprechend sind die B&Bs mit Parkmöglichkeit allesamt ausgebucht.

Laura & Ross sind ein junges Betreiberpaar und wir sind uns sofort sympathisch und entdecken einige Gemeinsamkeiten. Das Zimmer ist top, und der Preis stimmt auch noch. Beste Voraussetzungen für die kommenden 2 Tage.

Wie vorhergesagt regnet es und wir setzen unseren Plan in die Tat um, mit dem Zug nach Muir of Ord zu fahren um dort die Destillerie zu besichtigen. Die Besichtigung ist sehr informativ, professionell durchgeführt und wir haben Gelegenheit zum Schluss den dort produzierten Singleton Whisky zu probieren.

Was soll ich sagen: ein Whiskytrinker wird aus mir wohl nicht werden…

Wir beschließen den Tag mit einem nicht so guten Essen und freuen uns, am nächsten Tag wieder auf unsere Motorräder steigen zu können und einige Kilometer unter die Räder zu nehmen.

Dazu aber im nächsten Bericht mehr…

 

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