Die französische Blumenküste

Tag 14 beginnt – und er hätte schlimmer nicht beginnen können. Jeden Tag ist der Bäcker von 8:00 bis 8:30 Uhr am Campingplatz und wir haben es sogar rechtzeitig geschafft, dort zu erscheinen. Nur haben wir das Schild nicht richtig gelesen: Jeden Tag, außer donnerstags. Und was war heute? Donnerstag.


Deauville an der Blumenküste – weißer Sand soweit das Auge reicht

Aber da der 13. Tag schon vorbei war, fanden wir in unserem Schrank noch eine letzte Portion Michreis, den ich fix kochte und mit Marmelade und Früchten kredenzte. Damit war der Morgen schon gerettet!

Ein strahlender Tag voller Hitze (da wo kein Wind geht) erwartet uns anschließend. Wir fahren nur einige Kilometer weiter die Blumenküste herauf, von der Mündung der Seine weiter nach Westen. In Deauville, einem mondänen Badeörtchen stellen wir unseren Bus für 3,60 Euro / 2 Stunden am Strand ab und freuen uns auf Sonne, Strand und Meer.

Ein toller Strand, riesige Muscheln und traumhafte kleine Wellen erwarten uns – aber auch ein so heftiger Sturm, dass wir nach zwei Stunden wie mit Sandpapier geschmirgelt wieder zurück zum Bus gehen. Da hier alles andere auch viel Geld kostet, inklusive der Toilette, fahren wir weiter und waschen uns später den Sand von der Haut.


Unser Etappenziel heute liegt im 10 Minuten entfernten Saint Gatien des Bois auf einer Farm, die auch eine Fleischerei und ein Restaurant angeschlossen hat. Wir konnten also praktisch noch auf der Weide sehen, was wir essen werden. Hier verbrachten wir einen schönen lauen Nachmittag (ohne Internet). Merle bestaunte dem Trecker bei der Heuernte, die Enten im Teich, die Kühe und Schafe und fuhr das erste Mal auf ihrem neuen Tretroller herum.

Abends aßen wir das erste Mal auswärts. Die französische Küche – einen Burger und Lamm, jeweils mit Pommes waren okay, hätten nur von der Portion her mehr sein können. Die Dame von der Bedienung erschien uns etwas unfreundlich, als ob wir „Klienten“ stören würden.


Saint Gatien des Bois – unser France Passion Nachtlager auf dem Bauernhof

Das fanden wir schade und bringt uns zu unserer heutigen philosophischen Diskussion: Wenn wir auf Höfen oder Campingplätzen stehen, wo wir die Eigentümer selber treffen, finden wir oft Freundlichkeit, Spontanität, Hilfsbereitschaft und die Bereitschaft, alles über Hof und Arbeit zu erzählen und ganz oft auch eine große Portion Enthusiasmus. Wenn wir irgendwo stehen, wo es Angestellte gibt, finden wir oft Langeweile, Dienst nach Vorschrift und ein Minimum an Engagement vor.

Frage des Tages: „Gutes Personal ist schwer zu finden“? – stimmt der Spruch oder liegt es an anderen Gegebenheiten, wenn Arbeitnehmer nicht mit Herz und Seele bei der Arbeit sind? Was sind deine Erfahrungen?

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