Die Küste von Pembrokeshire – einen Umweg wert?

Tag 62 unserer Reise beginnt trüb. Es hat die ganze Nacht geregnet. Nun nieselt es ausdauernd. Die Wiese hinter dem Wagen ist zu einem Feuchtbiotop geworden. Wohin soll es heute gehen? Bei dem Wetter?


Wir entscheiden uns, nach Pembrokeshire zu fahren, denn das Wetter soll besser werden. Aus Erzählungen wissen wir, dass man auf Wales´ südlicher Halbinsel gut wandern können soll.


Strumble Head

Auf geht´s daher weiter gen Süden. Im Regen fahren wir durch die Hügellandschaft südlich des Snowdonia Nationalparks. Die Landschaft ist weder spektakulär noch besonders reizend, aber das macht uns im Regen sowieso nichts aus. Wir haben eine Route durchs Inland gewählt statt der großen Straße die Küste entlang und einige Passagen mit 20 % Steigung lockern die Fahrt auf. Von daher: die spannendere Alternative als die alternative Küstenstraße.

Im Ort Cardigan an die Küste. Das Wetter lockert auf und wir durchfahren einige touristische Orte im Sonnenschein: Newport, Fishguard und später noch Saint David´s.


Strumble Head

Aber zuerst bogen wir in Fishguard ab, um einen Abstecher zum Strumble Head Leuchtturm zu machen. Unsere Offlinenavigation führte uns über winzige Straßen und mitten über den einzigen Berg dort (oben ein toller Overnight-Parkplatz!) – dabei gab es eine direkte Straße von Fishguard dorthin, wo auch ein Bus lang fährt! Verrückt.


Gegenverkehr am Strumble Head: Der Linienbus

Strumble Head ist ein kleiner Geheimtipp. Es gibt ein Leuchttürmchen auf einer unzugänglichen Insel. Wir konnten riesige Wellen und eine tolle Brandung bewundern. Zudem ist es recht einsam, und ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen.Wir machten hier unseren Mittagsstopp und fuhren dann weiter.

Unser Zielort hieß Saint David´s. Die Stadt war völlig überfüllt, aber recht nett. Es gab viele Cafes und einen riesigen Spielplatz – aber kaum Parkmöglichkeiten. Wir hatten Glück und bekamen zufällig am Straßenrand vor dem Spielplatz einen Parkplatz. Coincidende! So konnte Merle sich eine Stunde lang mit vielen anderen Kindern auf dem großen Spielplatz austoben.


Caerfai Bay Strand

Dann ging es weiter in Richtung Strand von Caerfai Bay. Dort soll es laut Park4Night einen richtig guten Campingplatz geben. Als wir dort ankommen, war auf dem Campingplatz namens „Caerfai Farm“ nichts mehr frei. Wir sollten es weiter oben bei dem anderen Campingplatz versuchen. Das taten wir und bekamen beim Campingplatz „Glan-y-mor“ dem letzten Platz – etwas sumpfig und direkt unter einem Strommasten. Naja, besser als nichts, aber wir hatten uns schon etwas anderes vorgestellt.


Caerfai Bay Strand

Anschließend machten wir einen Spaziergang zum Strand. Dabei sehen wir, dass es dort an der Küste um die Ecke noch einen dritten, richtig großen Campingplatz gibt: „Caerfai Bay“. Das ist der, den wir suchten! Da wir noch nicht gezahlt hatten – rasch die Karre umgeparkt und hier eingecheckt! Nun hatten wir einen Platz mit direktem Meerblick und sahen einen tollen Sonnenuntergang (bis die Sonne hinter dem Hügel verschwand).


Caerfai Bay Strand

Es brauste der Sturm, was Merle überhaupt nicht haben kann. Wir setzten noch unseren Spaziergang zum Meer fort. Ein schmucker kleiner Strand mit riesigen Wellen und vielen neoprenbewehrten Surfern. Hier unterhalb der Steilküste (mit teilweise wunderschönen roten Steinen) war es recht windstill und Merle tollte nackefuß im Wasser herum, bis sie nicht mehr konnte und kurz darauf super in ihrem Bettchen einschlief.


Caerfai Bay Campingplatz

Unser Fazit: Ja, die Küste von Pembrokeshire ist einen Umweg wert und auch die touristischen Städte sind ausgesprochen nett.

Frage des Tages: Sollte man einen schönen Leuchtturm touristisch ausbauen, obwohl die Straßen nicht die notwendige Kapazität haben (einspurig und eng sind)?

Frage 2 des Tages: Jeder weiß: Dreist kommt weiter, aber: wie weit darf Dreist kommen? Darf Dreist Grauwasser auf der Spielwiese ablassen und, wenn mehrere Familien ihn drauf ansprechen, einfach behaupten, dass er das nicht war?

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