die verflixte Dreizehn im Vallee de la Seine

Am Mittwoch Vormittag macht Tag 13 seinem abergläubischen Ruf alle Ehre; (dass es Tag 13 war, bemerkten wir erst hinterher beim Schreiben des Blogartikels). Wir fahren zum Cap d´Antifer, wo ein schöner Leuchtturm stehen soll. Doch so richtig schön ist er nicht; es sind auch nur deutsche Touristen vor Ort, keine Einheimischen. Zudem stürmt es so stark, dass es uns fast umwirft. Daher fahren wir rasch weiter.


Cap d´Antifer

Beim Einkauf vergessen wir die Hälfte und beim Tanken schüttet sich Christian anschließend Diesel über Hände, Schuhe und Kleidung. Und Merle wird sich heute noch zwei Mal die Hosen vollstrullern, weil die Windeln nicht halten. Das Auto riecht recht lustig.

Wir fahren erstmal weiter zu den Ruinen von Frankreichs schönster Abtei in Jumieges, wunderschön pittoresk in einer Seineschleife gelegen mitten im Naturschutzgebiet. Soviel zur Theorie. Praktisch kostet es 6,50 Euro pro Person Eintritt und die halbe Abtei ist mit einem Gerüst und zahlreichen Bauarbeitern bedeckt. Schade, hier können wir nicht auf allzu schöne Fotomotive hoffen.

Dafür finden wir eine kleine hübsche Seinefähre, die sogar noch kostenfrei ist. Es entbrennt eine hitzige philosophische Diskussion über die originären Aufgaben des Staates, wie z.B. hier den Verkehr aufrecht halten oder in jedem kleinen Dorf ein „Rathaus mit Schule“ neben der Kirche zu unterhalten. Bei uns in Deutschland hingegen wurden in der Stadt nebenan just die Schulbusse abgeschafft und die kleinen Ortschaften auf dem Land veröden, weil dort die öffentlichen Einrichtungen geschlossen werden und junge Familien dort keine Struktur zum Wohnen und Leben vorfinden.

In der Abtei Jumieges

Am anderen Seineufer finden wir unsere theoretische Station von France Passion mit herrlichem Blick über das Wasser auf die Abtei. Aber wir müssen dringend waschen und duschen, daher fahren wir weiter, obwohl es schon recht spät geworden ist. In einem unscheinbaren Durchgangsörtchen namens Bourg Achard – mittlerweile befinden wir uns im Departement Eure – finden wir am Straßenrand zufällig eine „Lavarie automatique“ und waschen und trocknen unsere Wäsche, Laken, Tücher und vieles mehr.

Dann fahren wir weiter an die Blumenküste, hinein in das Departement Calvados. Im hübschen Örtchen Honfleur finden wir einen Campingplatz an einem Leuchtturm, an dem wir um 18 Uhr Station machen. Geschafft vom langen Tag schlagen wir unsere Zelte auf, bzw. unsere Keile in den sumpfigen Boden. Hier muss es wesentlich mehr geregnet haben als wir auf unserer Reise heute mitbekommen haben. Wir wetten, ob wir morgen früh wieder genauso schief stehen wie vorher ohne keine, weil diese komplett versinken werden oder nicht.

Frage des Tages: Was sind für dich Aufgaben des Staates, die auf keinen Fall wegrationalisiert werden dürften?

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