Ein Tief über der Biskaya (Capbreton)

Der Morgen weckte uns mit einem Gewitter und prasselndem Regen. Frische 12 Grad hatte der Morgen, das waren 14 weniger als gestern. Okay, frühstücken wir im Auto, ist trockener und wesentlich wärmer.

Am Vormittag fuhren wir dann in Richtung Grotte de Betharram. Im strömenden Regen sahen wir keinen einzigen Berg. Die Wolken hingen so tief, dass wir auch genauso gut durch das norddeutsche Tiefland hätten gefahren sein können. Wir kommen an der Grotte um Punkt 12 Uhr an. Mittagspause bis 13:30 Uhr.

Das passt gut, wir wollten eh noch einkaufen gehen. Also ab zum nächsten „Super U“ und einmal durch die Regalge geschlendert. Das dauerte mit Fahrzeit durch den Starkregen exakt 1:30 Stunden. Wie perfekt!

Aber oje. Die Grotte besteht aus mehreren Leveln und die unteren werden in 45 Minuten überschwemmt sein, so der Fremdenführer dort. Er bietet uns an, die obere Höhle für einen günstigeren Preis zu zeigen. Das machen wir dann und der Bus fuhr uns nach oben zum Eingang. Die unteren Teile der Höhle hatten ein rotes Warnlicht an und waren abgesperrt. Das bedeutet leider auch, dass wir die Bootsfahrt in der Höhle und die Rückfahrt per Minizug nicht mitmachen können. Also: Auch die Grotte de Betharram auch die „secondary bucket list“ für in zwei Jahren. We will be back!

Die Höhle liegt keine 15 Minuten von Lourdes entfernt und ist daher touristisch sehr gut erschlossen. Die obere Höhle ist sogar barrierefrei zugänglich. Es gibt Audioguides in acht Sprachen und unser Guide selber sprach mindestens drei Sprachen. Dafür war es recht voll. Wir hatten Glück da wir genau nach der Pause kamen, die Touristen nach uns mussten schon anstehen.

Danach gab es französische Erdbeertörtchen und danach – Merle schlief sofort ein – ging es auf die Autobahn bis an die Atlantikküste. Hier ist das Land flach, sandig und mit Kiefernwäldern bedeckt. Ganz ähnlich wie an der Ostsee. Nur die Dünen sind riesig wie an der Nordsee und die Wellen sind höher als alles, was ich bisher kenne. Der Strand ist weitläufig und der Atlantik brandet ungebremst hier an Land. Richtig cool, endlich habe ich wieer MEIN „Meergefühl“, was mir am Mittelmeer fehlte: Gischt, Salz auf der Haut, Meeresfrüchtegeruch in der Nase, die Brandung im Ohr. Super!

Wir haben uns einen Campingplatz eher zufällig herausgesucht, der direkt am Strand liegt. Allerdings sind die Dünen geschützt und man muss etwa 1 km weit laufen, um den nächsten Übergang zu erreichen. Alle anderen wurden im Zuge des Dünenschutzes „dichtgemacht“. Für mich ist das Ende des Campingplatzes! Wer bitte, der hier einmal war, kommt denn wieder? Wer schleppt sein Surfbrett/Kite/Whateverfunsportgerät 1 km zum Strand? Schade für den Betreiber, finden wir. Da hätte ein kleiner Fußpatt sicher den Dünen keinen Abbruch getan.

Für uns war das aber ganz gut, so hatten wir einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft. Mehr darf Christian mit seinem Fuß eh nicht laufen – und schon gar nicht durch Sand! Und das alles noch bei schönstem Wetter, Sonnenschein und lauer Brise. Das BIskayatief scheint weitergezogen zu sein.

Wir ziehen morgen auch weiter, mal schauen wohin. Grob soll es „gen Norden“ oder „nach Oberstdorf“ gehen. Christian vermisst sein Bergpanorama jetzt schon.

jodhaltige Grüße
eure Nicole

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.