Glen Coe 2 – Nicole & Christian: 0

Nachdem Merle gestern bis nach 23 Uhr im Bett mal wieder gefeiert statt geschlafen hat, haben wir heute bis halb 10 morgens ausgeschlafen. Wir hatten nach dem Frühstück noch eine tolle Zeit am Loch Lomond. Das Wetter war hervorragend.

Es sollte der heißteste Tag des Jahres werden mit über 28 Grad im Schatten. Wolkenloser Himmel. Und es ist Ferienbeginn in Schottland. Der Strand füllte sich rasch mit Familien, die den Jahrhundertsommer hier in Schottland genießen wollten.


Frühnebel über Loch Lomond
Noch wußten wir nicht: Es war der wärmste Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen!

Wir sagten diesem tollen Ort Lebewohl und fuhren erstmal nach Balmaha. Dort spielte Merle mit Papa auf dem kleinen Spielplatz während Mama im Pub das W-Lan ausnutzte, um fällige Bankgeschäfte zu erledigen. Gut, dass wir uns zu unserem Heimnetzwerk einen sicheren VPN-Tunnel aufgebaut hatten.


Loch Lomond – „Kescherparty“

Anschließend berieten wir über die weitere Tour. Wir wollten berühmte Fotomotive besuchen, aber Christian sagte, dass das Wetter zu gut sei, um stimmungsvolle Fotos schießen zu können. Der wolkenlos Himmel bietet zu wenig Struktur und läßt die Bilder platt erscheinen. Daher knickten wir uns einen Abstecher nach Kilchurn Castle, das sich hervorragend in Düsternis und Nebel gemacht hätte.

Die Falls of Falloch, die wir besuchen wollten, fielen leider ebenfalls aus. Zum einen schlief Merle grad, zum anderen war die Einfahrt so winzig, dass wir sie übersehen hatten und zum dritten war der Parkplatz dort brechend voll. Müssen wir wohl nochmal wiederkommen.

Wir fuhren direkt in Richtung Glen Coe. Wir hatten da noch eine alte Rechnung mit dem Räuberwasserfall im Glen Etrieve offen, den wir vor einigen Jahren wandernd nicht gefunden hatten. Als Laie ohne Karte und Kenntnis müssen wir ihn damals knapp verfehlt haben. Zudem wollten wir „the meeting of the three waters“ bei den „three sisters“ erlaufen.


Loch Leven, Invercoe

Doch am Nachmittag wurde es so heiß und drückend, dass wir jegliches Wandern absagten. Bei unserem Stop am Glencoe Mountain Resort war es so heiß und drückend, dass uns der Schweiß im Gesicht stand, ohne dass wir uns dazu bewegen mußten. Wieder kein Wandern im Glen Coe! Wieder kein Räuberwasserfall. Nicht wissend, ob wir das warme Wetter gut fanden oder nicht, fuhren wir an das nächste Loch in der Hoffnung, wieder ins kühle Nass springen zu können. Das nächste Loch war in diesem Fall Loch Leven. In dem kleinen Ort Glencoe gab es einen kleinen Campingplatz direkt am Wasser – „Invercoe“.

Auf meine Frage hin, ob es hier eine Badestelle gibt weil das Wasser so flach aussieht meinte der Betreiber: Wenn die Flut da ist, gibt´s genug Wasser. Da ging mit erstmal auf, dass wir zwar weit im Inland sind, dieser Loch allerdings mit Salzwasser gefüllt war. Der platzeigene Spielplatz – Swing Park genannt – ist zwar nicht sehr dolle, aber Merle spielte eh den ganzen Tag mit Baby Lukas vom Wohnmobil nebenan.


„Alpenglühn“ Pap of Glen Coe

Fotografisch konnte man von hier 2 gute Spots binnen 10 Minuten erreichen, einmal am Loch und einmal an einem kleinen See im Wald oben auf einem Hügel (Glencoe Lochan Forest Walk). Von beiden Punkten hatten wir nach kurzer Wanderung einen tollen Blick auf den markenten Berg „Pap of Glen Coe“.

Allerdings gab es einen faszinierenden wolkenlosen Sonnenuntergang, der zwar für mich schön anzusehen war, fotografisch für Christian aber nichts hergab, da die Wolkenstruktur fehlt. Stattdessen genossen wir die erste Dusche seit dem Betreten des Britischen Imperiums. Danach holte sich jeder von uns trotz Abwehrmittel zahlreiche „Knot“-Stiche ab. Ab 23 Uhr genossen wir dann auch einen ruhigen Abend – babygesangsfrei und mückenfrei im Wohnmobil.


Loch Leven

Anhang:
eine englische Wettergeschichte
Die Engländer im Wohnmobil nebenan kurbelten ihre Markise heraus. Sie wssten nicht, wie das Ständerwerk funktioniert und Christian half ihnen. Dann saßen sie trotz Markise in der Sonne, weil sie nicht wussten, wie diese Schatten wirft. Abends wollten sie sie wieder hineinkurbeln und es ging nur schief wieder in den Kasten. Warum wissen die nicht, wie das geht, fragten wir uns? Das Wohnmobil gehört denen schon über 12 Jahre. Die Antwort ist, wenn man sie weiß, eigentlich ganz einfach: Das Pärchen hatten noch nie die Markise ausgefahren. Das war die letzten 12 Jahre nie notwendig gewesen. Uns wird mal wieder klar, was für ein Glück wir haben, dass wir diesen Jahrhundertsommer hier erleben dürfen.    

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.