Knock knock – who´s there?

Christian ist sich sicher: Die Menschheit wird nicht überleben.

In allen Toiletten des öffentlichen Toilettenhäuschens hier am Strand in Keel hat jemand mit Kot seine Initialen hinterlassen: C.J. – unser Ritter der Apokalypse.

So beginnt unser Tag. Es regnet ab und zu, die Wolken hängen tief und der Wind bläst noch immer recht stark. Wir verbringen den Morgen in dicker Kleidung dem Wetter trotzend hier auf dem Spielplatz am Strand.

Weiter geht´s. Wegen des schlechten Wetters heute haben wir gestern Abend eine weitere Planänderung erarbeitet. Wir fahren heute in das kleine Örtchen Knock im östlichen Inland von Mayo. Tag 51 wird für uns die Überschrift haben: Pilgern für Zufäll´ler
.


Kirche „Shrine of Knock“

Wir parken am Straßenrand direkt vor der großen Kirche – der große Parkplatz für Autos und Busse(!) mit Spielplatz und Toilettenhäuschen hat leider einen Höhenbalken. Schlau, diese Iren! (später sehen wir, dass es noch zwei weitere Parkplätze dieser Art gegeben hätte, aber wir wissen nicht, ob diese ebenfalls verbalkt waren)


Altarbild-Mosaik mit der Heiligenerscheinung

Hier sind 15 Dorfbewohnern 1879 im strömenden Regen Maria, Josef und Johannes der Täufer sowie ein Lamm und ein Kreuz auf einem Altar erschienen. Seitdem geschehen hier Wunderheilungen und zufällig gibt es auch noch eine heilige Quelle.


Rosenkranzbeten

Wir bestaunen das Rosenkranzbeten und nehmen anschließend natürlich einen Schuck aus der Quelle – schaden kann´s nicht und zapfen für Merle eine ganze Tasse voll davon ab. Vom Kauf der hier üblichen 5-Liter-Kaniser sehen wir mal kopfschüttelnd ab. Die Menschen scheinen zu glauben: viel hilft viel. Anders können wir uns das nicht erklären.


Planschen in der heiligen Quelle

Für und ein seltsamer Ort, zum einen heilig, zum anderen bedrückend, wenn man bedenkt, wie viele Sorgen und Nöte die Pilgerer alle hier lassen. Gegen Geld kann man sich auch segnen lassen und jede Menge Devotionalien sind in den Souvenirshops zu erstehen. Wir finden es etwas schade, dass mit der Hoffnung und dem Glauben der Menschen so viel Kommerz gemacht wird. Wir erstehen ein Softeis und müssen für ein Hörnchen ohne Eis für Merle gleich mal 50 Cent berappen – und es schmeckt sogar noch wie aus dem Vorjahr übrig! Pfui, sagen wir dazu!

Anschließend fahren wir durch den kleinen Ort Kiltamagh, wo heute ein Homecoming-Festival im vollen Gange ist, inklusive Radrennen und Dauerlauf. Kommen noch ein paar Grillwüstchen hinzu – und die ganze Stadt ist für den Verkehr gesperrt. Wenn wir nicht grad satt und Merle müde gewesen wäre, wären wir gerne etwas geblieben, denn die Stimmung war gut. So fuhren wir weiter auf den Campingplatz nach Ballina. Uns ist mal wieder nach Waschmaschine – alle Schlafsachen von Merle sind „durch“.


Merle war von dem Flyer ganz angetan

Kleines Ärgernis für uns: Der Trockner hier frisst für 20 Minuten 2 Euro – und nach einer Stunde war die Bettwäsche noch immer nicht trocken. Wir hatten schon halb neun und Merle freute sich über so langes aufbleiben. Christian sprach dann ein Wörtchen mit dem Campingplatzbetreiber und erhielt nach langem Feilschen ein paar Euro, um noch weiter trocknen zu können. Die Menschen hier scheinen nach unserer Multimomentaufnahme recht geizig zu sein in Mayo.

Aber nun kam auch noch die Sonne heraus und das Wetter soll uns in den nächsten Tagen hold sein. Wir freuen uns und beschließen den Abend bei einer Flasche Cider.

Frage des Tages: Wenn man nur alle 3 bis 4 Tage eine Dusche sieht: besser abends duschen oder morgens duschen (oder beides)?

Frage zwei des Tages: Geht so viel Kommerz im Namen der Kirche mit demeigentlichen Sinn der Kirche noch konform?

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