Mittsommer und Tag 42 (Merville-Franceville-Plage)

die Antworten auf das Reisen, die Normandie und den ganzen Rest!

Heute brechen wir gut gelaunt auf, um die Bretagne zu verlassen. Bienvenue Normandie, wir kommen! Unseren Mittagsstop haben wir an den Roches de H´am. Dort soll es einen Wanderweg und eine Creperie geben. Gibt es auch. Die Creperie liegt genau 30 Meter vom Parkplatz entfernt direkt am schönsten Spot des Wanderweges. Daher kamen wir auch nicht viel weiter als etwa 1 km, bevor wir kehrt machen und einkehrten.

Die Creperie hatte noch genau einen einzigen unreservierten Tisch für uns draußen an der Klippe frei. Der hat auf uns gewartet. Er wurde sofort gedeckt mit einem Glas und zwei Bolee, den typischen Tontassen für Cidre in der Bretagne. Wir bestellten daher ein Fläschchen Cidre und drei Crepes, eines mit Marmelade für Merle, eines mit Schoko, Kokos und Sahne und eines mit Salzkaramel und Sahne. Sehr lecker allesamt. Was wir nicht wußten ist, dass auch diese Creperie mitten im Nichts an einer Bergklippe gelegen jährlich eine Auszeichnung bekommen hat – und das die letzten mehr als 20 Jahre bis heute!

Glücklich reisten wir weiter bis an die Cote Fleurie, die Blumenküste. Die Alliierten-Anladungsküste Cote-de-Nacre sparten wir uns diesmal. Einmal alle möglichen Panzer und Denkmäler sehen hat uns vor 2 Jahren gereicht.

Wir kamen im kleinen Örtchen Merville-Franceville-Plage an und wählten den gestern avisierten 2-Sterne-Platz an. „Sprechen Sie englisch?“ – „Non! Francais!“ Die Inhaber des Platzes sind ein Pärchen älteren Datums, das sich top um den Platz kümmert, aber auch recht eigen ist. Wir durften beispielsweise keinen der Plätze mit Meerblick haben, obwohl viele frei waren. Grund: Wir fahren „kein richtiges Wohnmobil“, sondern nur ein „Utility Vehikel“. Premium dürfen nur die großen Wohnmobile stehen. Ich mußte Christian schon festhalten, er wollte ob dieser Frechheit schon wieder gehen. Schließlich zahlen wir den gleichen Preis. Aber auch in zweiter Reihe, geschützt vor dem Wind, ging es uns hier sehr gut. Der Strand und das Meer waren keine 15 Meter entfernt und wir verbrachten einen tollen Nachmittag mit Burgenbauen und Ausruhen am Strand.

Am Abend sahen wir einen grandiosen Sonnenuntergang und als wir in den Bus zurück kamen, kamen mit uns auch einige hunderte (!) paarungsbereite Junikäfer, die unser WoMo irgendwie anziehend fanden. Superspannend* (*aus dem Auto heraus gesehen; und sehr glücklich, nicht mehr draußen zu sein).

Alemannisch-normannische Mittsommer-Grüße
eure Nicole

p.S. Wenn Wünsche in Erfüllung gehen – ohne dass wir Einfluss darauf haben, WIE das passiert.
Nummer eins: Wir hatten schon lange kein brauchbares kostenfreies Internet mehr. Die großen 5-Sterne-Ketten haben nur 15 Minuten gratis, da habe ich in der Zeit den Blog nicht mal auf. Et voila – der kleine 2-Sterne-Camping heute hat geniales kostenfreies Wlan. Wunscherfüllung ja, dafür aber ohne Blick zum Meer
Nummer zwei: Der nächste Bäcker ist 1 km vom Campingplatz entfernt. Woher bekommen wir morgen ein Baguette? Da spricht uns ein netter Mann aus Oranienburg an. Er ist zwar etwas quasselig, was dem Naturell von uns Westfalen befremdlich vorkommt, aber sehr nett. Er hat einen Roller dabei und bringt uns morgen früh ein Baguette mit. Wie herrlich. Wunscherfüllung Nummer zwei.

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