Return of the normannic Coast – die Perlmuttküste

Den Samstagmorgen, unseren Tag 16 verbrachten wir zwischen den Ziegen und passten auf, dass Merle nicht allzu oft in die Brennesseln fiel (die nur an einer kleinen winzigen Stelle überhaupt vorhanden waren, von ihr aber immer wieder zielstrebig angesteuert wurden).

Pepito – der verrückte Bock im Ruhestand
Tony Leblanc erzählte uns viel über den Hof, den er vor zwei Jahren übernommen hat. Es ist ein so genannter pädagogischer Hof und Schulklassen und andere Ausflugsgäste hat er hier fast täglich. So wie wir können die Kinder dann durch den Stall gehen, beim Melken Hand anlegen, die Ziegen streicheln und anschließend Ziegenkäse verkosten. So kommt Tony und seine Familie relativ gut über die Runden – zumindest besser, als wenn sie nur in Landwirtschaft investieren würden. Tony wollte schon immer eine eigene Farm haben, doch hat er zwei Cousins, die derzeit damit fast pleite gehen. Daher diese Lösung. Für ihn der absolute Hauptgewinn, nachdem seine Tochter zwei Wochen nach dem Hofkauf gesagt hat, dass sie es liebt, wenn Papi so häufig zuhause ist.

Kurzer Werbe-Einschub: Wenn ihr hier in der Nähe seid, ist dieser Hof ein wirklicher „must-see“. Nicht nur dass die Ziegen niedlich und interessant sind, auch die Besitzer mit ihrer liebenswürdigen und offenen Art machen den Ort zu einer Oase (ok, die nach Ziege riecht)!

Wir fuhren anschließend – Käse und Cidre im Gepäck – weiter in Richtung Perlmuttküste. In Lion-sur-Mer machten wir wahllos stop und blieben nahe des kleinen Dorfkerns auf einem Campingplatz, der mit „direkt am Meer“ warb. Heute war der heißeste Tag, es ging kaum ein Lüftchen und wir brachen sofort auf ans Wasser.

Doch trau, schau wem! Direkt am Meer bedeutet nicht, dass dort auch ein Strand ist. Der durch den D-Day berühmt gewordene Sword Beach endet etwa 50 Meter neben dem Campingplatz und wir schauen auf eine Mauerbefestigung mit Wasser. Lachend gehen wir die 50 Meter weiter und lassen uns auf dem berühmten Sandstrand nieder. Der Sand hier ist nicht so fein wie an der Blumenküste und durch die weißen porösen Steine rustikal und mit viel, viel Seetang gespickt. Macht nichts, hier finden wir die mit Abstand schönste und größte Muschel unserer bisherigen Reisen! Es ist genau so eine wie die, mit der Merle auf Spiekeroog getauft worden ist.


unsere Sandburg etwa eine Stunde nachdem sie direkt an der Waterkant gestanden hat

Da ich ja nun, wie manch einer scherzt, „endlich ein Alibikind habe, das alt genug ist“, konnte ich hier nach Herzenslust im Sand sitzen und Burgen bauen. Das Wasser zog sich allerdings so schnell zurück, dass wir 6 Burgen hintereinander direkt am Wasser gebaut hatten und nach jeweils 5 bis 10 Minuten wieder aufgegeben haben und weiter zum Wasser gezogen sind. Danach war Merle Gott sei Dank müde, denn ansonsten hätten wir bis zum Niedrigwasser in dem Tempo noch etwa 50 Burgen bauen müssen.


Eine Reihe von sechs Sandburgen – wir kamen nicht hinterher, so flott war das Wasser weg

Am Abend sahen wir erneut einen herrlichen Sonnenuntergang am Meer (romantisch oder kitschig, je nach dem, wen man von uns fragt). Anschließend versuchten wir, im Bus die ganzen kleinen Springspinnen auszuquartieren, die hier derzeit Hochsaison haben müssen. Es ist unglaublich, wie viele Spinnen und Fäden man so im Haar sammeln kann – und auch gut, dass wir Wäsche gewaschen und draußen getrocknet haben. Da haben wir sicher jetzt länger was von. Aber wer Spinnen hat, der hat ja bekanntlich keine Probleme mit Mücken, also alles gut.

Frage des Tages: Sonnenuntergang – romantisch oder kitschig? Was meinst du?

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