Sommersonnenwende in Équemauville

Für diesen Beitrag haben wir extra bis Freitag, den 13. gewartet. Denn wir warten nun gespannt auf unser DHL Express Briefchen. 50 Euro Porto sollen garantieren, dass es – gestern um 7 Uhr aufgegeben – heute bei uns ankommen soll.

Im Internet können wir jederzeit den Status verfolgen:

– Zuerst einmal wartete der Brief gestern von 7 Uhr bis 16:30 Uhr in der Postfiliale in Marl auf Abholung.
– Am Abend kommt es dann in Dortmund im Logistikzentrum an.
– Am Morgen liegt es in Paris und
– um 10:00 Uhr liegt es in einem Logistikzentrum keine 12 km von uns entfernt.
– Um 10:30 ist der Status „wird ausgeliefert“.

Soweit, so gut. Wir erholen uns, gehen ins Schwimmbad und genießen einen angenehmen Tag in der Sonne.

Um 16:30 die nächste Statusänderung:
– Keine Auslieferung möglich, es fehlen Adressdaten. Bitte DHL kontaktieren.

Wir rufen sofort bei DHL in Deutschland an. Dort kann man uns nicht helfen, da die Kollegen in Frankreich zuständig sind. Wir erhalten eine Telefonnummer von DHL Frankreich.
Dort rufen wir an und erfahren, dass die Hausnummer fehlt. Wir hatten die Adresse von Google und dort hatte die Straße keine Hausnummer. Es gab im 1300-Seelen-Ort Équemauville auf der Briqueterie-Straße nur einen Campingplatz der la Briquerie heißt (und nebenbei auch bis zu 1300 Leute beherbergen kann).

An der Rezeption sagt man uns, dass es häufig vorkommt, dass die Postfahrer den Campingplatz nicht finden. Im Gegensatz zu Google Maps oder anderen Ortungsdiensten kann wohl das GPS-Gerät der französischen Postkollegen die Adresse ohne Hausnummer nicht lokalisieren. Und wer dann Dienst nach Vorschrift macht, nimmt halt auch ein Express-Paket wieder mit nach Hause, nur weil er 500 Meter vom Ziel entfernt den Campingplatz nicht findet. Und es gehört schon viel dazu, die Camping-Schilder zu übersehen!


Liebe Post, so etwa sieht ein Campingplatz aus.

Für solche Fälle hatten wir unsere Telefonnummer auf dem Adressaufkleber mit angegeben. Antwort von DHL Frankreich: Sorry, wir rufen nur französische Telefonnummern an.

Wir wollten den Brief dann selber die 12 km entfernt abholen, aber mittlerweile war es 17 Uhr und das Logistikzentrum hatte zu. Ob und wann der Brief morgen zugestellt wird, konnte man uns nicht sagen.

Dieses Vorgehen bei einer Express-Sendung können wir nicht verstehen. Wir haben eine zustellfähige Adresse angegeben, 50 Euro bezahlt und uns auf die Post verlassen. Fakt ist, dass wir heute zumindest keine Fähre mehr erhalten.

Um auf Nummer sicher zu gehen, haben wir die Nummer der Rezeption angegeben. Eine Nummer in Frankreich, die bei erneutem GPS-Versagen vielleicht mal angerufen wird!

Wir sind einigermaßen ungehalten und der Postzusteller kann froh sein, dass er uns derzeit nicht über den Weg läuft. Mit dem würden wir gerne mal etwas über Moral und Ehre im Job philosophieren.

Aber ein Gutes hat das ganze: Man kann sich schlechter über Postversagen aufregen als am Pool in der Sonne sitzend!

Dann schauen wir mal, was es morgen  gibt.

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