Talisker – mehr als nur Whisky

Der neue Tag beginnt mit Wolken über den Inseln. Wir verbringen einen schönen Vormittag am Stand, suchen Schnecken, Muscheln und finden sogar Korallen hier in der Ebbe. Allmählich werden die Wolken mehr und als wir gen Mittag in Richtung Mallaig aufbrechen, ist der Himmel bedeckt.

      
Invercaimbe Beach

Auf dem Hof wollten wir noch homemade Rindfleisch kaufen, aber leider war alles schon weg. Aber endlich hatten wir eine Möglichkeit gefunden, hier in Großbritannien an gutes Fleisch zu kommen. Die Ware im Supermarkt sagt uns nämlich absolut nicht zu. Es gibt dort Wurst mit 40 % Fleischanteil, Wurst aus 80 % Separatorenfleisch oder Wurst, die so viel Fett enthält, das man nach dem Grillen noch locker eine Portion Fritten in der Fettschale zubereiten könnte.

Wir nutzen noch die Gelegenheit, um einige Kleinigkeiten zu reparieren, die am Bus kaputt gegangen sind. Nach 15 Jahren Nutzung gibt es dann doch die ein oder anderen Verschleisserscheinungen und Dinge müssen ersetzt werden.


Invercaimbe – auf der Suche nach den Korallen des Nordens

Als wir grad losfuhren, sahen wir den Jacobiter-Steamtrain, den „Harry-Potter-Zug“ von Mallaig aufbrechen. Wir fuhren hinterher, überholten ihn und hielten an, so dass Merle heute doch noch den tollen Dampfzug sehen konnte. Das Ganze hatte noch den Vorteil, dass wir eine längere Strecke bis zur Fähre hatten, die Merle schlafen konnte. Nichtsdestotrotz kam sie heute nur auf etwa 20 Minuten Schlaf, was wir den restlichen Tag über noch zu spüren bekommen haben.


Mallaig Ferry Terminal

Wir kamen eine Stunde vor dem Ablegen der Fähre am Hafen an und erkundeten diesen ein wenig zu Fuß. Dann ging es auf der Fähre weiter. Diesmal saßen wir nicht auf dem Sonnendeck, sondern etwas schaukelig und mit Jacke im Innenbereich. Der Temperaturunterschied zu gestern ist einfach zu extrem, obwohl heute ein weiterer toller Tag für schottische Verhältnisse war: trocken, 20 Grad und mit tollen Wolkenspielen.

Auf Skye begrüßt uns der Laden „Grumpy George“ – den kennen wir noch von der letzten Tour und er wurde ein Synonym für die Stunden, in denen Christian brummelig ist: Grumpy Christian.

Weiter ging es durch das Moor, kleine und uns wohlbekannte Städte und an pittoresken Lochs und hohen Bergen vorbei. Über allem hing eine tiefe Wolkendecke – wie es sich für Skye gehört.


Talikser Bay

Wir fuhren zum Talisker Bay, einer hübschen Bucht ein paar Meilen von der berühmten Talisker Destillerie entfernt. Vom winzigen Parkplatz aus waren wir mit Merle auf den Schultern 25 Minuten zum Strand unterwegs (und 45 Minuten ohne Schultern zurück). Ein herrliches Fotomotiv (bei Ebbe) mit zweifarbigem Sand, vielen Felsen, steilen Abhängen, kleinen Wasserfällen und einer Felsnase. Das Wetter war wundervoll dramatisch und damit hervorragend geeignet zum fotografieren. Aber es ging auch heute nicht ohne ein „aber“, denn es war auflaufendes Wasser, etwa eine Stunde vor Hochwasser und fast der gesamte Strand war schon überflutet. Wir freuten und dennoch über unser Glück, diesen tollen Ort gefunden zu haben.


Der Fotograf zieht los – der lange Weg ans andere Ende der Talisker Bucht

Zurück beim Bus, den wir in die letzte Lücke der etwa 5 Parkplätze gequetscht hatten, konnten wir nach Herzenslust umparken, denn wir waren alleine heute Abend im Tal. Geteilt haben wir den Platz nur mit einer schwarzen Katze und einem Pfau, die offensichtlich beide wissen, dass es in Wohnmobilen etwas zu essen gibt und um die Wette miaut und geschrien haben.


Talisker Bay – Wo uns Katz und Pfau gute Nacht sagen

Nach dem Essen bereden wir noch einmal das weitere Vorgehen für die Reise und beschließen, leider so langsam den Wendepunkt einläuten zu müssen. Das aktuelle Geschehen daheim lässt uns schon länger nicht los und da wir uns jetzt schon seit mehreren Wochen mit der Frage herumärgern, ob wir weiter fahren oder nicht, ist jetzt der Punkt gekommen, zu erkennen, dass ein „weiter wie bisher“ nicht mehr möglich ist – auch nicht im Sinne der letzten Aussprache.


Talisker Bay – Just chill out and say moo! (frei nach Edward Monkton)

Was wir morgen genau machen werden, wissen wir noch nicht. Wir sind selber gespannt!

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