das Camembert – Wanderparadies: die normannische Schweiz

Am nächsten Morgen, es ist Freitag, Tag 15 unserer Reise, kaufen wir in der hofeigenen Metzgerei ein. Alles Fleisch, so erklärt man uns freundlich, ist von Bioqualität und wir kaufen leicht feurige Würstchen und tolle 0,5 kg schwere Spieße vom Rind und vom Angus für den Grill heute Abend. Nicht günstig, aber extrem zu empfehlen.

In der Metzgerei, wo wir auch sehen konnten, was der Metzger so alles mit Rinderfüßen veranstaltet, waren die Mitarbeiter viel freundlicher und ließen uns gar nicht mehr weg, bevor wir wirklich alles probiert hatten. Also falls ihr in der Nähe seid: ein schöner Platz zum übernachten und zum Einkaufen in der Metzgerei. Nur abends Essen gehen würde ich hier kein zweites Mal.

Heute soll der „schlechteste“ Tag der Woche werden, was etwa 20 Grad mit Sonne/Wolken bedeutet. Also beschließen wir kurzerhand, ins Inland, in das Pays d´Auge zu fahren. Im Departement Orne liegt das Herkunftsland des Camemberts; die „normannische Schweiz“ – ein herrliches Motorradfahrgebiet, wie Christian mit einem weinenden Auge sagt  – und fahren den berühmten „Roche d´Oetre“ an. Hier finden wir ein großes Besucherzentrum und viel kostenfreies Material rund ums Wandern.


Roche d´Oetre – das Indianergesicht

Wir beschließen nach einem längeren Aufenthalt an dem Spielplatz und einer Runde Joghurt mit Erdbeeren und Joghurt mit Blaubeeren, den mittellangen Wanderweg zu gehen, der mit 1,5 Stunden angegeben war. Er führt zu Beginn und zum Ende oben an den Felsklippen entlang und bietet herrlichen Panoramaaussichten, um dann 76 Meter tiefer am Fluss weiter zu führen. Am Fluss liegt uns ebenfalls eine herrliche Natur zu Füßen und wir sind froh, das es heute nicht viel wärmer ist, denn der Aufstieg mit Kleinkind in der Kraxe ist schon nicht ohne.


Roche d´Oetre – unter den Klippen am Flusslauf

Anschließend wollen wir auf den Ziegenhof „les Chevres de la Saffrie“ nächtigen, der bei France Passion mit den „charmeusesten“ Ziegen von ganz Frankreich wirbt. Allein Christians Offlinenavigation hat ein Problem mit den Koordinaten (wie sich später herausstellen sollte, verträgt das Programm wohl keine 0 zu Beginn des Längengrades). Wir sind also das erste Mal gezwungen, anhand der Routenbeschreibung im Buch den Hof zu finden. Nach einmal im Dorf nachfragen finden wir diesen dann auch tatsächlich; (mit der Beschilderung der Franzosen stehen wir ein wenig auf Kriegsfuß).


les Chevres de la Saffrie

Hier gibt es für kleine Kinder viel zu sehen, zu streicheln und zu toben. Merle ist kaum noch aus dem Ziegenstall herauszubekommen und mußte mit Grillwürstchen gelockt werden. Sie hat uns anschließend auch prompt fünf! Grillwürstchen weggefuttert. Für uns blieb fast nur Spieße und Salat übrig.

Frage des Tages: Was macht die Menschheit, wenn eines Tages die Satellitennavigation nicht mehr funktionieren sollte?

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