Way to Scotland

In der Nacht gehen wahre Sturzbäche von Regen auf uns nieder. Es prasselt auf das Zelt wie ein Trommelfeuer und ich warte nur darauf, das das Wasser durch das Zelt rauscht. Gott sei Dank kommt es aber nicht so weit.

Gegen Morgen lässt der Regen nach und wir beginnen unseren Tag.

Wir haben Glück, und es gibt eine längere trockene Phase und so müssen wir unser Zeug nicht tropfnass einpacken, sondern nur gut feucht 😉

Nach einem kurzen Frühstück (nicht gerade das Britische Original) machen wir uns auf den Weg.

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Wir möchten heute zunächst über 2 Pässe fahren, den Wynrose Pass und den Hardknott Pass. Vor dem Hardknottpass hat man uns gewarnt, dieser wäre nicht für so große Reisemotorräder geeignet und nahezu unbefahrbar. Das klingt nach Spaß für uns und wir möchten uns da natürlich persönlich von überzeugen.

Da Anfahrt zu den Pässen ist schon spektakulär, eine tolle Landschaft, wild & rau, eröffnet sich vor uns. Die Sonne wechselt sich mit den Wolken ab und liefert so ein beeindruckendes Wechselspiel der Farben und Stimmungen.

Der Wynrose Pass ist mit 25% Steigung schon recht Steil, aber gut zu befahren. Wir haben keine Mühe diesen Pass zu bezwingen.

Die Straße zweigt ab, und es folgt die Zufahrt auf den Hardknott-Pass. Schilder warnen vor dem befahren mit „ungeeigneten“ Fahrzeugen – welche auch immer das sein mögen. Und tatsächlich: Der Pass ist schon recht anspruchsvoll und hat einige Schlüsselstellen.
Es gibt Serpentinen, an die sich unmittelbar Steigungen von über 30% anschließen. An diesen Stellen einen Fahrfehler zu machen  führt unweigerlich zum Sturz. Dementsprechend wenig Verkehr gibt es auf dem Pass. Hatte ich schon erwähnt, das es keine Streckensicherungen gibt?!

Nach diesen Highlights genießen wir die Fahrt durch die lieblicher werdende Landschaft und das entspannte Cruisen auf kurvenreichen Straßen.

Unser Tagesziel für heute ist Moffat, ein Tip einer Motorradfahrerin die wir in Kirkby Lonsdale getroffen haben. Moffat liegt
bereits in Schottland und so nähern wir uns endlich auch dem eigentlichen Ziel unserer Reise.

Das Wetter ist top, es wechseln sich Sonnenschein und Wolken ab und es macht Spaß unterwegs zu sein.

Wir passieren die Schottische Grenze und werden standesgemäß empfangen:

Ein heftiger Schauer prasselt auf uns nieder. Wir können es kaum fassen, das Regen ein so perfektes Timing haben kann…

Nach unserem Ankunftsphoto hört der Regen übrigens wieder auf und es geht weiter bei Sonnenschein.

Gegen Abend erreichen wir Moffat und halten nach dem Hotel Ausschau das uns empfohlen wurde. Es befindet sich im Zentrum von Moffat und ist leider ausgebucht. Schade. Müssen wir halt was anderes finden.

Wir überqueren die Straße und sehen ein B&B das nett aussieht. Es wird von Leslie & Paul geführt, einem herzlichen Ehepaar und hat noch ein Zimmer frei. Da greifen wir doch gerne zu.

Die beiden sind sehr nett, helfen uns bei unserem Gepäck und wir können alles im trockenen deponieren & die noch nassen Sachen vom Zelten endlich trocknen.

4 Kommentare zu “Way to Scotland

  1. Markus

    Hallo Nicole, Hallo Christian,
    herzlichen Glückwunsch zu Eurer fünfwöchigen gemeinsamen Schottlandtour.
    Ist schottischer Regen eigentlicher geiziger als zum Beispiel der in Südtirol, den ich in der vergangenen Woche erleben durfte?

    Vielen Dank für Eure Beiträge, so dürfen wir Eure Fahrt mit verfolgen.
    Grüße an Nessy, Sir John Connery, die kräftigen Herren, die mit Baumstämmen um sich werfen und den Whiskyverkäufer.

    Ach so, letztes Jahr durfte ich im engländischen Linksverkehr feststellen, dass mein rechter Spiegel wichtiger ist als der linke. Der BVB Aufkleber war aber links.

    Übringes Christian, kenne ich jemanden, der mit seiner 1200 GS abgeschleppt wurde weil die Bremse sich nicht löste. Die Werkstatt stellte dann ebenfalls einen verschobenen Handprotektor fest. Du bist also Herzlich Willkommen im Club.

    Weiterhin gute Fahrt, gute Begegnungen und eine gute Stimmung wünscht Euch
    Markus

  2. Heinz Moog

    Hallo Nicole & Christian,
    vielen Dank für Eure Beiträge, dievon besonderem Interesse für uns “ anglophile “ sind. Wir bewundern Euren Enthusiasmus und Freude auf eurer Reise trotz des miserablen Wetters. Wünschen Euch, dass sich das recht bald bessert und die furchterregenden Pässe und engen Straßen sicherer zu befahren sein werden. Wie kommt man dort sprachlich zurecht? Erfahrungsgemäß hift bei einer Unterhaltung mit den Schotten das “ Schulenglisch “ nur bedingt. Weiterhin viel Spaß und immer schön an die vielen “ Geisterfahrer “ in Schottland denken. Gilla & Heinz

    1. christian Autor des Beitrags

      Danke für Eure lieben Wünsche! Sprachlich klappt es sehr gut, die Schotten sind bisher durch die Bank alle sehr nett und Gastfreundlich. Sie geben sich große Mühe sich für uns verständlich auszudrücken… 😉

  3. anke freimuth

    Schön das ihr so viel spass habt. Und mit dem Motorrad überall durch kommt. Wenn ich in Bayern mit dem Motorrad unterwegs gewesen wäre hätte ich dir mit dem auswringen konkurenz machen können. Gruß Anke

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