Blå Vegen – Schwedischer Teil

In Umea kommen wir mit der Fähre spät abends an und fahren auf den großen „first camping“-Platz. Die Rezeption war nicht mehr besetzt, aber es gab einen Nachtwächter. Dieser führte uns zu einer Parzelle, die ich zufällig im Prospekt als „deluxe“ identifizierte. Gefragt, ob es für die paar Stunden nichts günstigeres gäbe, bekamen wir dann einen nicht weniger netten Stellplatz. Leider regnete es die ganze Zeit über und Merle konnte am nächsten morgen nicht auf den tollen Hüpfburgen herumtollen. Der Platz war völlig überteuert und auch das Duschen kostete extra. Da die Duschen bei mir nicht so dolle funktionierten (3 Minuten 1 Euro ist blöd, wenn man schon 2 Minuten braucht, um das Wasser vernünftig anzubekommen) konnte Christian den Preis auf ein erträgliches Maß drücken.

In dem Wissen, in Schweden so schnell nicht wieder campen zu wollen fuhren wir im Regen weiter. Die Stadtbesichtigung fiel auch wegen schlechten Wetters aus. Wir verließen den blauen Weg für einen kurzen Abstecher nach Vindeln, wo es eine schöne Stromschnelle gibt. Wir hatten den 19.6. und in zwei Tagen ist Midsommer. Diesen wollten wir gerne in Schweden feiern und suchten nach einem Ort, an dem es Feierlichkeiten geben würde. Bei der Recherche fiel uns dann aber auf, dass in Schweden erst an dem Samstag gefeiert wird, der auf den 21.6. folgt. Und das wäre der 25.6. So lange halten wir das hier in Schweden aber nicht aus. Daher fuhren wir weiter in Richtung Norwegen.

Im nächsten Ort, Lycksele, befinden wir uns schon in Lappland und kurz dahinter, am Blaviksjön begeben wir uns an einem Rastplatz mit Plumpsklo und Feuerstelle zur Ruhe – natürlich nicht ohne Würstchen und Folienkartoffeln am Feuer gegessen zu haben. Mittlerweile haben wir uns auf Anraten des netten Finnen, der uns damals mitgeholfen hat, unser Auto zu retten, ein Mückenschutzgerät gekauft. Wir nennen es unser „MHN“ – Mückologisches holografisches Notfallprogramm. Funktioniert hier hervorragend! Auch an diesem See können wir einen sagenhaften Sonnenuntergang erleben. Obwohl.. hier geht die Sonne schon fast gar nicht mehr richtig unter. Es ist – gerade bei Regen – Tag und Nacht gleich hell.

Der nächste und damit fast letzte „große“ Ort dieser Route in Schweden ist Storuman. Wir nennen es liebevoll „Saruman“, denn es hat einen großen Aussichtsturm auf einem Berg und ist ansonsten sehr trist. Wir gehen shoppen (weil es in Norwegen wohl noch teurer ist) und setzen uns in ein Café mit Spielecke. Anschließend sehen wir uns in Stensele die größte Holzkirche Schwedens an (mit der kleinsten Bibel – voll süß!!). Und wie fast alle Kirchen hier im Norden ist auch diese beheizt.

Dann fragen wir in der Touristeninformation nach einem Wanderweg. Wir waren schon lange nicht mehr wandern und das Wetter ist recht stabil – sogar mit etwas Sonne. Nach einem Blick auf Merle in der Kiepe wurde uns die Schotterstraße eine Landzunge entlang empfohlen. „Ist auch im Michelin-Reiseführer als besonders sehenswert ausgezeichnet“. Aha na gut, nehmen wir diesen. Wir fahren ein Stück mit dem Auto bis zu einem schönen großen Parkplatz (mit Grillhütte) und wandern ein Stündchen. Der Weg ist nett und die Aussicht auch, aber uns ist eher nach kleinen Pfaden im Unterholz als nach größerer Straße.

Den Abend beschließen wir auf einem kleinen Parkplatz (mit Plumpsklo und Grillplatz) nördlich der Stadt mit Würstchen und Folienkartoffeln an einem pittoresken See. Am nächsten Tag ist es kalt geworden. Schön, aber kalt und windig. Im letzten größeren schwedischen „Ort“ am blauen Weg, Tärnaby, finden wir ein kleines Café, wo wir uns bei hausgemachter Suppe und Bio-Kuchen wärmen können. Hier treffen wir Matt aus Australien, der im Gegensatz zu den Einheimischen hier redselig ist und wir quatschen uns ein wenig fest.

Matts Freundin Linda kommt hier aus Lappland. Als sie zusammenkamen dachte sie sich „prima, ein Australier, nie wieder lange dunkle Winter!“ doch Matt hatte sich in dieses Land verliebt. So wurde nichts aus Australien und beide wohnen jetzt hier und vermieten Ferienwohnungen…

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