Long Way Down – Teil 6

Helgelandskystenweg – Gutvik (Leka) – Frosta (Tautra) – Vinsternes – Atlanterhavsvegen

Jede schöne Zeit kommt mal zu ihrem Ende und etwas Neues beginnt. So brechen wir dann auch an einem schönen sonnigen Tag nach Sturm und Starkregennacht auf, um weiter den Süden zu fahren. Da die Fische nach so schlechtem Wetter besonders gut beißen sollen, war wirklich absolut niemand mehr auf dem Platz, als wir fuhren. Irgendwie lustig.

Wir fuhren die RV17 weiter in Richtung Sandnesssjön. Über eine herrliche neue Brücke fuhren wir direkt auf die „sieben Schwestern“ zu, eine sehr markante und sagenumworbene Berggruppe. Weiter gen Süden genossen wir einige Fährfahren und einige nicht ganz so eindrucksvolle Küstenabschnitte, bevor wir vor der Insel Leka unser Nachtlager aufschlugen. Leka hat ihren Namen von der „achten Schwester“, die laut einer Sage Lekamöya hieß.

Am nächsten Tag ging es auf dem letzten Stück der RV17 weiter, die sich erst durch eine tolle Fjordlandschaft wandt und dann recht eintönig in die Hauptstraße E6 mündete. Da wir gestern Glück hatten mit dem tollen Parkplatz am Fähranleger (mit WC), versuchten wir diesmal unser Glück vis à vis der Insel Tautra. Dort gab es tatsächlich einen tollen großen Parkplatz (mit Ver- und Entsorgung und WC) vor der Brücke zur Insel. Hinweisschilder priesen dort auch die Sehenswürdigkeiten der Insel an und so beschlossen wir am nächsten Tag, dem Marienkloster dort einen Besuch abzustatten. Bei recht schönem Wetter gelangten wir dort zur kleinen modernen und dennoch (!) ganz tollen Kapelle, wo wir den Regenguss unseres Lebens unter einem Glasdach ausharrten und dann bei schönem Wetter weiterziehen konnten.

Vorbei an der Großstadt Trondheim, die mitten unter einer dicken Regenwolke lag, die sich wegen der Berge nicht weg bewegte, bogen wir dann nach Westen ab in Richtung Kristiansund. Das schlechte Wetter ließen wir rasch hinter uns und bogen dann auch von der Hauptstraße E39 ab und nahmen die Fähre auf die Inseln im Norden, wo wir die Nacht in Vinsternes auf einem Fiske-Camp verbrachten. Dort ertappten wir uns dabei, schon einige Fiske-Camp-Eigenarten von Sjöbakken adaptiert zu haben. „Der Lange fährt nochmal mit dem Boot raus“ oder „schau mal, die Holländer sind zu dritt auf dem Boot“. Wir müssen über uns selbst lachen. Auf dem Platz ärgern wir uns zum zigduzendsten Mal über die Unart, für Duschen separat zahlen zu müssen. umgerechnet 1,10 Euro für 2,5 Minuten. Das kann richtig teuer werden für mich als Langzeitduscher. Aber ärgern bringt nichts, ändern können wir diese norwegische Unart nicht. Uns nur noch mehr freuen, wenn wir einen Platz finden, wo Duschen kein Luxusgut ist.

Am nächsten Tag fahren wir mit der Fähre nach Kristiansund, füllen unsere Vorräte auf und fahren weiter in Richtung Atlanterhavsvegen, DER Touristenstraße, die auf jedem Flyer von Norwegen abgebildet ist. Aber zuerst brummen wir etwas darüber, dass der Weg umgerechnet 15 Euro Maut kostet, die von einem freundlichen „Brückentroll“ einkassiert wird. Dann schauen wir uns eine hübsche Stabkirche an. Es ist die erste, die wir finden, die geöffnet hat. Doch für umgerechnet 11 Euro Eintritt schauen wir uns die Kirche dann doch nur ganz kurz reinlukend an. Sie ist von innen herrlich verziert und es ist schade, dass die norwegische Kirche das Gebäude abreißen lassen wollte und nicht weiter unterstützt.

Weiter geht´s den Touristenweg entlang und wir gelangen an die sehenswerten Stellen. Doch sind diese so überfüllt mit Touristen, dass wir den Anblick genießen, ohne groß anzuhalten. An jeder möglichen und unmöglichen Stelle stehen Wohnwagen, Wohnmobile, Reisebusse und Autos. Menschenmassen drängen sich an den Aussichtspunkten und an den Touristenbuden. Wir fahren daher etwas weiter und halten an einem fast ebenso hübschen Punkt für ein Päuschen an, wo wir dann aber ganz für uns sind.

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