Ring of Beara

Tag 42 unserer Reise. An diesem Morgen weckte uns – nichts. Es war ruhig, selbst Wind und Seevögel schienen zu schlafen. Mizen Head, das südwestliche Ende Irlands steht vor 10 Uhr nicht auf.

Um 10 Uhr öffnet dann das Café und das Ticketcenter für den Weg zum Leuchtturm und Kap. Bis dahin genießen wir unser Frühstück mit Blick auf die Träne Irlands, einer kleinen Felsinsel in der Roaringwater Bay nebenan.


Mizen Head

Um Punkt 10 sind wir die einzigen, die Tickets lösen und sich auf den neu touristisch aufpolierten Weg zum Leuchtturm begeben. Der Weg ist auch für kleine Kinder gut erlaufbar, alles ist gut abgesichert und Merle hat ihre helle Freude.

Weiter geht es über eine Brücke, die über eine Meerenge zum Leuchtturm führt. Es gibt mehrere Aussichtspunkte und so langsam trudeln mehr und mehr Besucher ein. Am Leuchtturm, der kein Turm im eigentlichen Sinne ist, weil er schon hoch genug liegt, gibt es Personal, dass einem jede Frage beantwortet.


Mizen Head

SO langsam kommen die Touristen busseweise und wir treten den Rückweg an. Es war windstill, und solange es wolkig war, war es herrliches Dünne-Jacken-Wetter. Doch wenn tatsächlich mal die Sonne hervorlugte, wurde es subtropisch warm.

Jacke an, Jacke aus, Jacke an, Jacke aus ging es dann die „99 Stufen“ (die gar nicht so viele waren, wenn ich mich nicht verzählt habe) wieder den Berg hinauf und zurück. Wir freuten uns schon auf ein kleines Eis, wenn wir in das beschauliche Café zurückkehrten, doch daraus wurde erstmal nichts.

Es war genau 12 Uhr. Die Schlange an verhungernden Iren, Deutschen und Franzosen ging durch zwei Türen bis draußen. Das warteten wir dann auf dem Spielplatz noch eben ab.

Eins Eis und ein paar Scheiben Brot später fuhren wir dann weiter. Wir nahmen den Wild Atlantic Way gen Norden, fuhren aber an der nächsten kleinen Insel und damit an Sheep´s Head vorbei in Richtung Bantry.

Im quirligen Bantry parkten wir dann mitten in der Innenstadt und gingen erstmal einkaufen. Ein kleiner unscheinbarer Super Valu in der Einkaufsstraße entpuppte sich als großer Laden, der wirklich fast alles hatte, insbesondere eine riesige Auswahl an Brot, Kuchen, Gebäck etc., fein aufgestapelt wie auf dem Markt.

Während wir in den Regalen stöberten, verschwand Merle heimlich. Aber sie war leicht auszumachen an den ganzen „oh wie süß“-Rufen der anderen Einkaufenden: In der Gebäckabteilung hatte sie etwas, das wie ein rosa mit Marmelade gefüllter Berliner aussah in der Hand und leckte den Zuckerguss herunter.

Das Bantry House wollten wir uns eigentlich ansehen, waren dann aber zu müde und verschieben das auf ein anderes Mal. Ich bin ja kein Freund von Garten-Gucken, aber dieser soll verwildert aufgemacht sein – und das wäre dann wieder etwas für mich.

Da wir seit heute morgen ein kleines „Pipiproblem“ im Bus haben, sind wir gezwungen, heute schon einen Campingplatz mit Waschmöglic´hkeit anzusteuern. Wir bleiben daher in Ballylicky – in erster Linie weil mich auf präpubertäre Weise der Ortsname fasziniert, in zweiter Linie, weil der Campingplatz einen Spielplatz und einen Strand haben soll.


Eagle Point

Wir zahlen also am Eagle Point 32 Euro für die Nacht – der mit Abstand teuerste Platz dieser Reise und sind vollends enttäuscht. Der Spielplatz ist alt und lieblos, der Strand voller spitzer Steine, das Waschen ist mit 8,50 Euro teuer und das warme Wasser zum Abwaschen kostet 5-Cent-Münzen. Immerhin sind die warmen Duschen okay und gratis.

Zudem wurde uns ein Platz zugewiesen, von dem aus wir das Meer nur aus dem Augenwinkel sehen konnten. Wir tippen darauf, dass man die „Leute mit Kindern“ irgendwie zusammen unterbringen und von den alleinreisenden Pärchen und den Fischern separieren will. Zumindest haben die hier einen Drucker und waren so lieb, meine Mail auszudrucken, so dass ich das Reklamations-Formular an die Bank senden konnte.


Eagle Point

Und auch bei dem Wäschetrockner waren sie nett, denn wir hatten ihn falsch bedient und hätten theoretisch noch einmal 2,50 Euro zahlen müssen, wenn wir nicht in nasser Bettwäsche schlafen wollten. Nichts ist nur schlecht und ich denke, alleinreisende Pärchen ohne besondere Bedürfnisse wie wir sie hatten, werden diesen Platz lieben.

Frage des Tages: Was machen bei Reiseblues?

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