Slowenien – Der Schokoblog

Unsere Reise führt uns am nächsten morgen nach Lendava. Wir haben uns dafür entschieden, da das Wetter noch immer kalt und ungemütlich ist und dort eine „Hypertherme“ mit angebundenem Campingplatz sein soll. Und so ist es auch. Und 50 % des Campingplatzes sowie der Thermalpool sind FKK-Gelände. Nun gut. Hyperhermales Wasser erfordert konsequentes handeln. Also Wagen im FKK-Bereich abgestellt und erstmal nackig in den Pool. Das geht bei jedem Wetter! Das Wasser ist ca 39 Grad heiß und enthält natürliches Paraffin. Total entspannend, allerdings riecht man danach wie eine Christbaumkerze. Der nächste Tag war wunderschön und sonnig warm, so dass wir noch einen weiteren Tag zum Entspannen und Baden geblieben sind.

Tags drauf trifft uns dann ein neues Schlechtwettergebiet und es regnet. Wir überlegen uns, was wir machen können und finden zufällig eine leckere Gelegenheit: Die Zotter-Schokoladenfabrik in Österreich. Das klingt doch nach einer super Alternative zu Regenwetter im Auto. Also etwa 50 km gen Norden in die theoretischen Berge (wir haben keinen einzigen aufgrund des schlechten Wetters sehen können), zwei Mal kurz verfahren und schon waren wir da.

Es regnet wie verrückt und wir spazieren glücklich in das „Schokoladen-Theater“. (so nennt Onkel Zotter die Werksführung – ist ein echt kreativer Kopf dieser Mann) Zotter kennen wir schon von daheim und wissen, dass es sich um gute Bioschokolade handelt. Alles weitere dazu erfahren wir während des Rundganges, der wirklich extrem gut gemacht ist. Mit einem „Kusslöffel“ können wir von der Bohne bis zur Tafel alles probieren, was in der Fabrik verarbeitet wird.

Was für ein Genuss für unsere Gaumen! Wir probieren rohe Kakaobohnen, Kakaorohmasse, Schokolade von 40 % bis 100 %, vegan, mit Schafsmilch, mit Soja, weiß, schwarz und mit allerlei Füllungen. Nougat, Nuss, Frucht, Chili – nur an die unverkäufliche Sorte mit den Fischköpfen trauen wir uns nicht. Kurz vor Ende merken wir beide, dass wir einen Schokoflash haben und besser nichts mehr essen sollten. Schade. Es gab noch so viel zu probieren. Daher kauften wir uns eine „Restlbox“ mit Schokoladenbruch – für die Zeit, in der wir wieder hunger auf Schokolade haben würden. (Anmerkung:  5 Tage später war es wieder soweit 🙂 )

Im strömenden Regen haben wir dann noch den essbaren Tiergarten besucht – wer Schokolade essen kann, kann auch spazieren gehen! Hier sehen wir viele alte Rassen an so genannten Nutztieren: Schafe, Rinder, Hühner aber auch Lamas, Riesenratten und Straußen. Garniert ist das alles mit Skulpturen, die einer gewissen Ironie nicht entbehren, lehrreichen Schildern und einem Ideenfriedhof. Im Park gibt es ein Bio-Restaurant, wo wir den süßen Overkill in unserem Mund mit etwas herzhaften ausgleichen wollen. Helga, eine Angestellte der Schokofabrik, hilft mit einem Obstler schon mal aufräumen im Magen und hat anschließend noch tolle Tips für unsere weiterreise parat. 🙂  Das Essen war gut und reichlich und Merle hatte ihre wahre Freude daran, durch den ganzen Speiseraum bis fast in die Küche zu krabbeln, sich an jedem Stuhl hochzuziehen und jeden anzulächeln.

Es ist schon spät, und wir brauchen noch einen Platz für die Nacht. Die Umgebung ist toll und so fragen wir ob wir die Nacht über auf dem Parkplatz stehen dürfen. Das ist überhaupt kein Problem, wie uns der Juniorchef versichert und wir nehmen das Angebot dankbar an. Insgesamt sind wir sehr froh, dass es geregnet hat und wir nicht direkt nach Ungarn weiter gefahren sind. Die Zotters sind schon einen Abstecher wert! Das ganze Konzept ist auf Nachhaltigkeit und Wertschätzung aufgebaut und wir freuen uns, dass es Menschen gibt, die zum einen genau darauf Wert legen und zum anderen es darüber hinaus noch schaffen, diese Werte zu leben und in einen Betrieb zu integrieren. Wenn nur die Hälfte von dem, was Werbungs- und Mediengerecht aufbereitet wurde stimmt, wünschen wir uns auch so einen Arbeitsplatz!

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